Geltende Erlasse (SMBl. NRW.)  mit Stand vom 19.6.2024

 

Vorläufig als Notfallpläne des Landes Nordrhein-Westfalen geltende Dokumente Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales - III A 3 - 8542, des Ministeriums des Innern - 32-52.04/07-1293/18, des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie -550-8944 (A) 2 und des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz -V-7-21.06

Vorläufig als Notfallpläne des Landes Nordrhein-Westfalen geltende Dokumente

Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales - III A 3 - 8542,
des Ministeriums des Innern - 32-52.04/07-1293/18, des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie -550-8944 (A) 2
und des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz -V-7-21.06

Vom 28. Februar 2018

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Anlass

§ 100 des Gesetzes zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz – StrlSchG) vom 27. Juni 2017 (BGBl. I S. 1966) bestimmt, dass die Länder allgemeine und besondere Notfallpläne aufstellen. Diese Notfallpläne der Länder ergänzen und konkretisieren den allgemeinen Notfallplan des Bundes und die besonderen Notfallpläne des Bundes, soweit die Länder für die Planung oder Durchführung von Schutzmaßnahmen zuständig sind.

§ 97 Absatz 5 Strahlenschutzgesetz legt fest, dass bis zum Erlass von Notfallplänen des Bundes oder von Rechtsverordnungen nach den §§ 93 bis 95 Strahlenschutzgesetz entsprechende Festlegungen und Darstellungen in den in Anlage 4 Strahlenschutzgesetz genannten Dokumenten vorläufig als Notfallpläne des Bundes gelten. Bis zum Erlass von Notfallplänen der Länder nach § 100 Strahlenschutzgesetz gelten entsprechende Festlegungen und Darstellungen in Plänen, Konzepten und Erlassen der Länder, die dem Katastrophenschutz oder der sonstigen Abwehr von Gefahren für die menschliche Gesundheit, die Umwelt oder die öffentliche Sicherheit dienen, vorläufig als allgemeine und besondere Notfallpläne der Länder. Diese Regelungen sind am 1. Oktober 2017 in Kraft getreten.

Entsprechend dieser gesetzlichen Vorgabe gelten nachfolgend aufgeführte Dokumente vorläufig als Notfallpläne des Landes Nordrhein-Westfalen. Die in diesen Dokumenten getroffenen Festlegungen und Darstellungen sind von den Behörden und Einsatzkräften des Landes Nordrhein-Westfalen auf Notfälle im Sinne des Strahlenschutzgesetz entsprechend anzuwenden.

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Vorläufig als Notfallpläne des Landes Nordrhein-Westfalen geltende Dokumente

2.1
Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) des Landes Nordrhein-Westfalen vom 17. Dezember 2015 in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. Dezember 2015 (GV. NRW S. 886).

2.2
Gesetz über den Rettungsdienst sowie die Notfallrettung und den Krankentransport durch Unternehmer (Rettungsgesetz NRW – RettG NRW) vom 24. November 1992 (GV. NW. S. 458), zuletzt geändert durch Gesetz vom 17. Dezember 2015 (GV. NRW. S. 886).

2.3
Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten auf dem Gebiet des Arbeits- und technischen Gefahrenschutzes (Zuständigkeitsverordnung Arbeits- und technischer Gefahrenschutz - ZustVO ArbtG) vom 27. November 2012 (GV. NRW. S. 622), geändert durch Verordnung vom 5. Juli 2016 (GV. NRW. S. 516).

2.4
Zuständigkeitsverordnung Umweltschutz (ZustVU) vom 3. Februar 2015 (GV. NRW. S. 268),geändert durch Verordnung vom 8. November 2016 (GV. NRW. S. 978), soweit sie die Wahrnehmung der Aufgaben des Landes betrifft, die Gegenstand des am 27. Juni 2017 aufgehobenen Gesetzes zum vorsorgenden Schutz der Bevölkerung gegen Strahlenbelastung (Strahlenschutzvorsorgegesetz - StrVG) vom 19. Dezember 1986 (BGBl. I S. 2610) gewesen sind.

2.5
Verordnung über den kerntechnischen Sicherheitsbeauftragten und über die Meldung von Störfällen und sonstigen Ereignissen (Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung - AtSMV) vom 14. Oktober 1992 (BGBl. I S. 1766), zuletzt geändert durch Verordnung vom 8. Juni 2010 (BGBl. I S. 755).

2.6
Verordnung über die Bevorratung von Arzneimitteln und Medizinprodukten für Großschadensereignisse in Krankenhäusern im Land Nordrhein-Westfalen (Arzneimittelbevorratungsverordnung) vom 30. August 2000 (GV. NRW. S. 632), zuletzt geändert durch Verordnung vom 6. November 2014 (GV. NRW. S. 865).

2.7
Verordnung zur Regelung von Zuständigkeiten auf Gebieten des Verbraucherschutzes (Zuständigkeitsverordnung Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen – ZustVOVS NRW) vom 3. Februar 2015 (GV. NRW. S. 293); geändert durch Verordnung vom 8. Juli 2016 (GV. NRW. S. 638), in Kraft getreten am 30. Juli 2016, am 1. August 2016 und am 1. Februar 2017.

2.8
Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales und des Ministeriums für Inneres und Kommunales vom 17. Februar 2016 (MBl. NRW. S. 138) „Maßnahmen zur Abwehr von Störungen durch den unbeabsichtigten und den missbräuchlichen Umgang mit radioaktiven Stoffen und ionisierenden Strahlen“.

2.9
Gemeinsamer Runderlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Innenministeriums vom 9. September 2008 (MBl. NRW. S. 521) „Grundsätze zum Umgang mit Schadens- oder Gefahrenfällen im Bereich des Umweltschutzes (Umweltalarm-Richtlinie)“.

2.10
Erlass „Meldungen an die Aufsichts- und Ordnungsbehörden über außergewöhnliche Ereignisse der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr sowie Warnung und Information der Bevölkerung“ in der jeweils aktuellen Fassung.

2.11
Runderlass des Innenministeriums vom 1. Juli 2008 (MBl. NRW. S. 432), Meldung wichtiger Ereignisse (WE-Meldung).

2.12
Runderlass „Krisenmanagement durch Krisenstäbe im Land Nordrhein-Westfalen bei Großeinsatzlagen, Krisen und Katastrophen“ des Ministeriums für Inneres und Kommunales vom 26. September 2016 (MBl. NRW. S. 667).

2.13
Erlass „Personenauskunftsstelle NRW (PASS NRW)“ in der aktuellen Fassung.

2.14
Runderlass „Umsetzung der Rahmenempfehlung für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ 72 - 52.04/07 des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 13. Juni 2014 (n.V.).

2.15
Runderlass „Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“ 72 - 52.04/07 des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 22. Februar 2016 (n.V.).

2.16

Runderlass „Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen - Information über ein Gespräch mit Abgeordneten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Katastrophenschutzbehörden im grenznahen Bereich zu Belgien zur Kaliumjodid-Prophylaxe (konkret im 100-km-Radius um das Kernkraftwerk (KKW) Tihange)“ 72 - 52.04/07-674/16 des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 3. Juni 2016 (n.V.).

2.17
Runderlass „Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen - Planungen zur Verteilung von Kaliumiodidtabletten (kurz: Jodtabletten)“ 72 - 52.04/07 des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 27. Januar 2017 (n.V.).

2.18
Runderlass „Katastrophenschutz in der Umgebung von Kernkraftwerken - hier: Jodblockade“ 72 - 52.04/07-1090/17 des Ministeriums des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen vom 7. September 2017 (n.V.).

2.19
Runderlass des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie vom 12. Februar 2004 (MBl. NRW. S. 501) „Vorsorgeplanungen für die gesundheitliche Versorgung bei Großschadensereignissen“.

2.20
Feuerwehr-Dienstvorschrift 100 „Führung und Leitung im Einsatz“ (Stand: März 1999).

2.21
Feuerwehr-Dienstvorschrift 500 „Einheiten im ABC-Einsatz“ (Stand: Januar 2012).

2.22
Polizeidienstvorschrift 100 (PDV 100) VS-NfD,  Führung und Einsatz der Polizei.

2.23

Landesteil NRW zur PDV 100, Teil  - I - VS-NfD („Größere Schadensereignisse/ Katastrophen“).

2.24
Landesteil NRW zur PDV 100, Teil  - M - VS-NfD („Zusammenarbeit zwischen Polizei und Rettungsdienst“).

2.25
Leitfaden 371 (LF 371) VS-NfD,  Eigensicherung.

2.26
Leitfaden 450 (LF 450) VS-NfD, Gefahren durch chemische, radioaktive und biologische Stoffe.

2.27
Konzepte zur landesweiten, überörtlichen Hilfe:

2.27.1
ABC-Schutzkonzept NRW Teil 1 „ABC-Zug NRW / ABC Bereitschaft NRW“ (Stand: August 2013).

2.27.2
ABC-Schutzkonzept NRW Teil 2 „Personal-Dekontaminationsplatz NRW“ (Stand: Dezember 2011).

2.27.3
ABC-Schutzkonzept NRW Teil 3 „Verletzten-Dekontaminationsplatz 50 NRW“ (Stand: Dezember 2011).

2.27.4
ABC-Schutzkonzept NRW Teil 4 „Geräte-Dekontaminationsplatz NRW“ (Stand: Dezember 2011).

2.27.5
ABC-Schutzkonzept NRW Teil 5 „Messzug NRW“ (Stand: Dezember 2011).

2.27.6
ABC-Schutzkonzept NRW Teil 6 „Analytische Task Force NRW“ (Stand: Dezember 2011).

2.27.7
Sanitäts- und Betreuungsdienst (Stand: Juli 2013).

2.28
Geschäftsordnung des Krisenstabs der Landesregierung Nordrhein-Westfalen (GO KS Land)  in der Fassung der Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 29. August 2017 (MBl. NRW. S. 846).

2.29
Geschäftsprozesse des Krisenstabs der Landesregierung zum Szenario Kernkraftunfall in der aktuellen Fassung.

2.30
Verwaltungsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland Deutscher Wetterdienst vertreten durch den Vorstand und dem Land Nordrhein-Westfalen vertreten durch das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen über die Zusammenarbeit bei Unwettergefahren sowie im Katastrophenschutz vom 8. April 2016.

2.31
Vereinbarung zwischen dem Minister für Sicherheit und Justiz der Niederlande und dem Minister für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen über die Ausführung des Abkommens vom 7. Juni 1988 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande über die gegenseitige Hilfeleistung bei Katastrophen einschließlich schweren Unglücksfällen vom 30. April 2014 in der Fassung der Bekanntmachung vom 23. Mai 2014 (MBl. NRW. S. 306).

2.32
Protokoll „Deutsch-Belgische Besprechung über eine Kooperation im Bereich des Katastrophenschutzes mit Schwerpunkt Sicherheit in der Umgebung kerntechnischer Anlagen am 17. November 2016 in Düsseldorf“ 72-52.04/08-91/16 in der Fassung vom 23. März 2017.

2.33
Liste vom 1. August 2013 mit Kliniken in den Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens zur Versorgung von Strahlenunfallpatienten:

2.33.1
Kliniken mit Möglichkeiten zur radioaktiven Dekontamination und internistisch-hämatologischer Intensivpflege einschließlich Knochenmarktransplantation.

2.33.2
Kliniken mit Möglichkeiten zur radioaktiven Dekontamination und internistisch-hämatologischer Intensivpflege, aber ohne Knochenmarktransplantation.

2.33.3
Kliniken ohne Möglichkeiten zur radioaktiven Dekontamination, aber mit Möglichkeit zur internistisch-hämatologischen Intensivpflege einschließlich Knochenmarktransplantation.

2.33.4
Kliniken mit der Möglichkeit zur internistisch-hämatologischen Überbrückungstherapie, aber ohne Möglichkeit zur radioaktiven Dekontamination und ohne Möglichkeit der Knochenmarktransplantation.

2.33.5
Sonstige Kliniken, die zur Versorgung von Strahlenunfallpatienten bereit sind.

2.34
Antworten auf häufig gestellte Fragen (sogenannte FAQ) der unteren Katastrophenschutzbehörden in Zusammenhang mit der Katastrophenschutzplanung in der Umgebung von Kernkraftwerken des Ministeriums des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen vom 7. September 2017.

MBl NRW. 2018 S. 120.