Ministerialblatt (MBl. NRW.)
Ausgabe 2005 Nr. 1 vom 7.1.2005 Seite 1 bis 28

G r u ß w o r t an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen zum Jahreswechsel 2004/2005
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G r u ß w o r t an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen zum Jahreswechsel 2004/2005

G r u ß w o r t
an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen
zum Jahreswechsel 2004/2005

Für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr möchte ich Ihnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen, herzlich danken. Trotz aller Diskussionen und bei aller Kritik, die es am öffentlichen Dienst immer wieder gibt, verdient Ihre Arbeit Anerkennung. Sie leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für unser Gemeinwesen und tragen so zu einer gedeihlichen Entwicklung unserer Gesellschaft bei.

Das abgelaufene Jahr war geprägt von Entwicklungen, die für Ihre Arbeit von erheblicher Bedeutung sind. Bei Abfassung dieses Grußwortes waren die Ergebnisse der Kommission von Bundestag und Bundesrat zur Modernisierung der bundesstaatlichen Ordnung noch nicht endgültig bekannt. Es ist aber abzusehen, dass deren Beschlüsse großen Einfluss auf die zukünftige Ausgestaltung des öffentlichen Dienstes haben werden. Die Länderkompetenzen sollen in diesem Zusammenhang weiter gestärkt werden. Für diese Diskussionen hat die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung eingesetzte Bull-Kommission erhebliche Beiträge geleistet. Ein wichtiger Aspekt bleibt dabei, die Motivation und die bisher erbrachten Leistungen zu sichern und auszubauen. Erfolgreich bewältigen können wir solch grundlegende Veränderungen aber nur mit Ihrer Unterstützung.

2004 war auch ein Jahr, in dem wir uns den Belangen der im öffentlichen Dienst stehenden schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv gewidmet haben. Insbesondere mit den Verordnungen zum Behindertengleichstellungsgesetz sowie der Richtlinie zum SGB IX sind wir dem Ziel einer barrierefreien aktiven Teilnahme schwerbehinderter Beschäftigter im Berufsalltag ein gutes Stück näher gekommen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunen und Arbeitsagenturen müssen sich im Zuge der Einführung von Hartz IV auf eine grundlegend neue Gesetzeslage und auf erhebliche organisatorische Umstrukturierungen einstellen. Ab 1.1.2005 tritt die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe in Kraft. Das System der „Betreuung Arbeitssuchender aus einer Hand“ verspricht eine erheblich effizientere Aufgabenwahrnehmung und soll auch die stark angespannten kommunalen Haushalte entlasten. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllen ihre Aufgaben künftig in einer anderen Organisationseinheit. Von allen ist dabei ein hohes Maß an Flexibilität und Engagement gefordert, damit die erhofften Reformerfolge für alle Betroffenen und Beteiligten eintreten.

Mündige Bürgerinnen und Bürger machen eine Demokratie lebendig. Das drückt sich u.a. auch in der Beteiligung an Wahlen aus. Die geringe Wahlbeteiligung bei den jüngsten Kommunalwahlen und der Europawahl kann nicht zufrieden stellen. Im Interesse einer lebendigen Demokratie wünsche ich uns, dass sich wieder deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger an den kommenden Wahlen beteiligen. Ausdrücklich möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltung besonders bedanken, die sich als Wahlhelferin und Wahlhelfer zur Verfügung gestellt haben. Ohne Ihr Engagement lassen sich reibungslose Wahlen nicht verwirklichen.

Sie haben alle im letzten Jahr die vielen – oft nicht leichten - Veränderungen in unserer Gesellschaft mit Engagement und Leistungsbereitschaft unterstützt. Dafür danke ich Ihnen noch einmal, und ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen für das Jahr 2005 Gesundheit, ein friedvolles Miteinander und beruflichen Erfolg.



Dr. Fritz   B e h r e n s

Innenminister
des Landes Nordrhein-Westfalen